trockne, dürre und erbärmliche Welt

„… da es für mich immer wahrer wird, dass der bessere Mensch unmöglich in dieser trocknen, dürren, erbärmlichen Welt leben kann – er muß sich eine Ideenwelt erschaffen, die ihn beglückt, und dann kann er mit kaltem Auge auf alles sogenannte Glück des kleinen, sich selbst lebenden Menschen herabsehn […] – eine Seligkeit, für die jene Egoisten keinen Sinn haben, die sie nicht ahnden – o, ich habe nie so viele Kraft, so viel Mut in mir gefühlt als itzt –  aber was soll mir dies alles in Deutschland?“

Ludwig Tieck, 1792 in einem Brief an den Freund Wilhelm Heinrich Wackenroder

[zitiert nach Günzel, Klaus, „König der Romantik. Das Leben des Dichters Ludwig Tieck in Briefen, Selbstzeugnissen und Berichten“, Berlin, 1981, S. 110]